Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Rebecca Meier spricht an der Session des Jugendparlaments SG AI AR in Jona. z.V.g.
Nach dem Rücktritt von Florian Kobler ist mit Rebecca Meier erstmals eine Vertreterin der Grünen ins Gossauer Stadtparlament eingezogen. Die 23-Jährige möchte sich für die politische Partizipation von untervertretenen Gruppen stark machen und sich über die Fraktionsgrenzen hinweg verständigen.
Parlament «Ich bin schon länger im Jugendparlament politisch aktiv. Daher habe ich mich gefreut über die Chance, in die institutionalisierte Politik einzutreten», erzählt Rebecca Meier, weshalb sie sich für die Wahlen im Herbst 2024 als Kandidatin nominieren liess. Gemeinsam mit Dominic Lüchinger kandidierte Meier als Vertretung der Grünen auf der SP-Liste. «Wir sind uns inhaltlich ähnlich. Und die Linke muss die Kräfte vereinen, wenn sie etwas erreichen möchte – gerade auch in Gossau», erklärt Meier zur Zusammenarbeit. Sie sei in der SP-Fraktion sehr gut aufgenommen worden. «Man hat mir alle meine Fragen beantwortet und ich habe das Gefühl, meine Inputs werden geschätzt», erzählt die Studentin. Bei den Kommunalwahlen im Herbst 2024 belegte Meier den dritten Ersatzplatz. Die beiden ehemaligen Parlamentarier Werner Bischofberger und Marco Broger verzichteten nach Koblers Rücktritt auf ihren Sitzanspruch, so dass Meier nachrücken konnte. Dass es bei den Grünen Bestrebungen gibt, in Gossau eine eigene Ortspartei aufzubauen, sieht Meier nicht als Problem für die zukünftige Zusammenarbeit: «Sollten die Grünen neben der SP-Fraktion dereinst selbst Fraktionsstärke erreichen, wird sich die SP-Fraktion über die Unterstützung freuen. Aber das ist aktuell ohnehin nicht realistisch.»
Meier wurde durch die Familie und die Klimastreikbewegung politisiert. «Einerseits haben wir zuhause immer viel über Politik gesprochen, andererseits habe ich meinen Vater an politische Veranstaltungen begleitet», erzählt die Tochter von Christoph Meier-Meier, Schulpräsident der Schulgemeinde Andwil-Arnegg und von 2000 bis 2007 Präsident der FDP Gossau-Arnegg. «Aus meiner Perspektive waren es immer alte Leute, die Politik gemacht haben. Das hat mich geprägt. Dann kam die Klimastreikbewegung und ich habe festgestellt, dass auch junge Menschen Politik machen», erzählt Meier. Ein Schulkollege habe sie in dieser Zeit ausserdem an einen Anlass des Jugendparlaments SG AI AR mitgenommen. Meier gefiel das politische Engagement, sie wurde Vereinsmitglied und liess sich später sogar als Vorstandsmitglied nominieren. Seit zwei Jahren bildet sie mit Simon Gründler, der sie einst ins Jugendparlament mitgenommen hat, das Co-Präsidium des Jugendparlaments. An der bevorstehenden Hauptversammlung im Februar wird Meier das Amt allerdings abgeben. «Im Jugendparlament sollen immer wieder neue junge Kräfte Platz finden. Auch aufgrund meines neuen Amts im Stadtparlament stimmt der Zeitpunkt für mich, um die Verantwortung abzugeben», erklärt Meier.
Auch aufgrund ihres Engagements im Jugendparlament sei ihr klar geworden, dass sie sich in einer Jungpartei einbringen wolle. «Aufgrund meiner politischen Ansichten war klar, dass ich eine linke Partei wählen werde. Und da mein Naturell eher ruhig ist, entschied ich mich für die Jungen Grünen, die weniger provokant auftreten als die Juso», erzählt die Arneggerin. Ihr persönlich lägen die lauten Aufritte weniger. Sie werde auch bei der Parlamentsarbeit in Gossau versuchen, Brücken über Parteigrenzen hinweg zu bauen. «Meine Hoffnung ist, Geschäfte so beeinflussen zu können, dass gute politische Kompromisse entstehen. Dazu braucht es auf jeden Fall eine gute Vernetzung», analysiert Meier. Sie werde versuchen, unterschiedliche Blickwinkel einzunehmen. Wichtig sei ihr auch ein ehrlicher und anständiger Umgang untereinander. Thematisch liegt Meier die politische Partizipation besonders am Herzen. «Junge Leute, aber auch Personen mit Migrationshintergrund sind im Gossauer Stadtparlament stark untervertreten. Kinder und Jugendliche haben in der Politik überhaupt keine Stimme», stellt die Neo-Parlamentarierin fest.
Auch Bildung sei ihr ein wichtiges Anliegen, sie sei schliesslich nah dran. Meier besuchte nach der Primarschule in Andwil, die Maitlisek in Gossau und wechselte dann an die Kantonsschule am Burggraben. Derzeit studiert Meier an der ETH Zürich Gesundheitswissenschaften und Technologie. «Ich möchte einst beruflich im Bereich Public Health arbeiten», erzählt die 23-Jährige, die in der Freizeit Unihockey und Klavier spielt. «Ich war früher bei WASA St.Gallen. Heute spiele ich nur noch als Ausgleich auf dem Kleinfeld», berichtet Meier. Das Klavierspielen erlernte sie an der Musikschule Fürstenland. Stunden nimmt sie seit einigen Jahren keine mehr. Aber für sich selbst spiele sie immer noch gern. Einen passenden Ausgleich zu Studium und Politik findet Meier also auf jeden Fall.
Von Tobias Baumann
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