Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Stefan Kühne, Leiter Kriminalpolizei.
Die Gesamtkriminalität im Kanton St. Gallen liegt im letzten Jahr mit 32’824 Straftaten gut sechs Prozent höher als im Vorjahr. Gossau befindet sich dabei mit 57 Gesetzesverstössen nach Strafgesetzbuch (StGB) pro tausend Einwohner über dem kantonalen Durchschnitt von 49, aber weit hinter dem benachbarten St. Gallen mit 81.
Kriminalitätsstatistik Bei den 1069 Gesetzesverstössen pro 2025 fallen in Gossau namentlich die 274 Diebstähle, die 114 Fahrzeugentwendungen, die je 67 Ladendiebstähle, Einbrüche und Fahrzeugeinbrüche ins Gewicht sowie die 65 Betrügereien und die 63 mutwilligen Sachbeschädigungen. Gegenüber 2024 mit 920 Straftaten liegt Gossau bei der Zunahme über dem kantonalen Mittel. Die 34 Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz zeigen, dass der Konsum und der Handel mit Betäubungsmitteln hier vergleichsweise gering sind. Im Gegensatz zu Gossau liegt die Quote der Gesetzesverstösse nach Strafgesetzbuch pro tausend Einwohner in Waldkirch mit 21 und in Andwil mit 18 weit unter dem kantonalen Durchschnitt. Die meisten ländlichen Gemeinden im Kanton haben im Gegensatz zu den Städten eine tiefe Quote.
Bei den einzelnen Deliktarten ist die Entwicklung gesamtkantonal höchst unterschiedlich. Kurz gesagt war 2025 kein Jahr steigender Schwerkriminalität, sondern ein Jahr steigender Einbruch- und Einschleichekriminalität und zunehmender Betäubungsmitteldelikte. Zugenommen haben überdies die Vergewaltigungen (plus 38 Prozent) und die sexuellen Handlungen mit Kindern (plus 30 Prozent). Markant um 19 Prozent sind auch die Betäubungsmitteldelikte gestiegen, was auf den grossen Kokainmarkt zurückzuführen ist.
Ganz leicht abgenommen (minus zwei Prozent) haben gesamtkantonal die schweren Gewaltdelikte (dazu zählen unter anderem die Tötungsdelikte und schwere Körperverletzungen). Erfreulicherweise ist hier die Aufklärungsquote mit 90 Prozent hoch geblieben, gegenüber 55 Prozent über alle Straffälle betrachtet. Weiter abgenommen haben auch die Raubüberfälle sowie Cyberdelikte (minus 12 Prozent). Bei den Cyberdelikten ist der Grund darin zu suchen, dass 2024 eine grosse Serie von Bestellbetrügen durch die St. Galler Kantonspolizei abgeklärt wurde. Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor täglich neun Anzeigen wegen eines Cyberbetrugs eingehen. Seit 2020 wuchs die Zunahme von insgesamt 2403 Fällen auf mittlerweile 3938 Cyberdelikte.
Nach Stefan Kühne, Leiter Kriminalpolizei, bleibt es wichtig, zugunsten des Sicherheitsgefühls der breiten Bevölkerung die schweren Gewalttaten aufzuklären. Dies setze ein enormes personelles Engagement und moderne technische Ausstattung der IT-Infrastruktur voraus. Das sei durch die bevorstehenden Sparmassnahmen gefährdet. Weiter weist Kühne auf die Globalisierung hin, die eine weitere Herausforderung darstellt: «Polizeistrukturen sind kantonal und national organisiert, moderne Kriminalität jedoch transnational. Daneben erhöht die technische Komplexität zusätzlich den Ermittlungsaufwand erheblich.» Diese Entwicklungen zeigten, dass Anpassungen in Struktur, Prioritätensetzung und Zusammenarbeit erforderlich sein werden. Nur durch ein koordiniertes, systematisches Vorgehen mit klaren Prioritäten könne es gelingen, den veränderten Kriminalitätsformen zu begegnen und die Kriminalität langfristig effizient zu reduzieren.
Franz Welte
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