Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Die vierte Klasse des Schulhauses Kreuzweg in Herisau hat kürzlich das Musical Pepino aufgeführt. Eine alte Geschichte, die aber auch heute ihre Aktualität nicht verloren hat.
Musical Teodora Kovacevic, Klassenlehrerin der vierten Klasse, blickt begeistert auf das Musicalprojekt zurück. Die Geschichte erzählt vom italienischen Gastarbeiterkind Pepino, das von der Insel Elba stammt und seinem Vater in die Schweiz folgt. Sprachliche Barrieren und Vorurteile erschweren ihm die Eingewöhnung – bis er Unterstützung von seiner Mitschülerin Moni erhält. Sie hilft ihm, sich besser in der neuen Umgebung zurechtzufinden.
Auf das Stück aufmerksam gemacht wurde Kovacevic von Sven Hanselmann, schulischer Heilpädagoge. «Er kannte das Musical schon und empfahl es mir. Als ich es mir ansah, war ich sofort begeistert, weil es wichtige Themen wie Integration, Vorurteile und Freundschaft behandelt», sagt Kovacevic. Die Zusammenarbeit mit Hanselmann beschreibt sie als besonders wertvoll: «Wir teilen die gleichen pädagogischen Ansätze und verstehen uns sehr gut. Es ist schön, so einen unterstützenden schulischen Heilpädagogen an seiner Seite zu haben – das hat das Projekt sehr bereichert.»
Für Kovacevic war klar: Lernen soll nicht nur über Bücher, sondern auch emotional und kreativ geschehen. Sie verweist auf die Forschung des renommierten Hirnforschers Lutz Jäncke, der betont, wie wichtig die emotionale Förderung von Kindern ist. «Ich bin sehr dankbar, dass die Schulleitung uns das ermöglicht hat und dass solche Projekte an unserer Schule Platz finden dürfen», sagt Kovacevic. Im Rahmen des Projekts wurden überfachliche Kompetenzen wie Sozialverhalten, Gestaltung, Musikalität und der Umgang mit Emotionen gestärkt. Zu Beginn wurde den Schülerinnen und Schülern das Buch «Komm wieder, Pepino» von Eveline Hasler vorgelesen, das die Grundlage für die Geschichte bildet. Im weiteren Verlauf zeigte sich, welchen positiven Einfluss das Musical auf das Klassenklima hatte. «Es war schön zu beobachten, wie sich die Kinder geöffnet und sich gemeinsam mit den Themen Vorurteile, Ausgrenzung und Akzeptanz auseinandergesetzt haben», sagt Kovacevic.
Das Musical trug nicht nur zur inhaltlichen Auseinandersetzung bei, sondern förderte auch die persönliche Entwicklung der Kinder. Viele konnten sich entfalten und neue Fähigkeiten zeigen, die im regulären Schulalltag weniger sichtbar sind. «Die Rückmeldungen der Eltern waren durchweg positiv, einige berichteten, dass sie ihre Kinder in einem neuen Licht erlebt haben», so die Klassenlehrerin. Die Probenphase war intensiv: Szenen wurden geübt, Tänze einstudiert und verschiedene Bühnenbilder gestaltet. Insgesamt wurde das Musical sieben Mal aufgeführt – in der Schule Kreuzweg, in der Schule Langelen sowie an zwei Abendvorstellungen für die Angehörigen.
«Es war ein halbes Jahr voller Engagement, Kreativität und Teamarbeit», sagt Kovacevic. Besonders bewegend war für sie zu sehen, wie die Kinder sich gegenseitig unterstützten. «Es entand ein neues Miteinander.» Kovacevic hofft, dass das Projekt nachhaltige Wirkung zeigt – auch mit Blick auf die kommenden Schuljahre. «Die Themen Vielfalt und gegenseitige Akzeptanz werden in der Zukunft noch wichtiger. Ich bin überzeugt, dass die Kinder aus diesem Projekt viel für ihren weiteren Weg mitnehmen.»
Stefanie Rohner
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