Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Caroline Raither. z.V.g.
Im April 2024 gab das Appenzeller Volkskunde-Museum, beziehungsweise die Genossenschaft, die temporäre Schliessung bekannt. Etwas mehr als ein Jahr später öffnete das Museum mit reduzierten Öffnungszeiten wieder. Nun plant das Museum, baldmöglichst wieder häufiger zu öffnen. Dafür werden nun Personen gesucht.
Museum 2024 musste die Genossenschaft aufgrund der finanziellen Situation die Türen schliessen und Mitarbeitende entlassen. Seither befindet sich das Museum laut Caroline Raither, Museumsleiterun und Kuratorin, in einem grundlegenden Transformationsprozess. «Die Verwaltung der Genossenschaft sowie die Museumsleiterung arbeiten daran, das Volkskunde-Museum zukunftsfähig aufzustellen und seinen langfristigen Erhalt zu sichern», sagt Raither. Es seien diesbezüglich verschiedene Massnahmen umgesetzt worden.
«Von grosser Bedeutung für die Zukunft des Museums ist die laufende Arealentwicklung am Standort Stein, einem zukunftsweisenden Kooperationsprojekt. Gemeinsam mit der Appenzeller Schaukäserei, der Stiftung für appenzellische Volkskunde, der Gemeinde und dem Kanton beteiligt sich das Museum an der Planung des vor Ort entstehenden Zentrums, das ein touristischer und kultureller Anziehungspunkt mit überregionaler Ausstrahlung werden soll», sagt die Museumsleiterin. Aufgrund seines grossen Potenzials wurde die Arealentwicklung mit dem Standortförderungsaward 2025 von Netzwerk Standort Schweiz ausgezeichnet. Seit rund einem Jahr hat das Museum den Publikumsbetrieb mit stark reduzierten Öffnungszeiten wieder aufgenommen, was bei den Besucherinnen und Besuchern gut ankomme. «Die Öffnungszeiten werden nächsten Monat weiter ausgebaut», meint Raither. Deshalb sucht das Museum Mitarbeitende im Besucherservice. «Besonders freuen würden wir uns, wenn sich Personen auf freiwilliger Basis bei uns am Empfang und bei der Betreuung des Museumsshops engagieren möchten», heisst es in einem Newsletter. Freiwilliges Engagement sei aber auch in anderen Bereichen gefragt und willkommen, so beim Weben und Sticken, bei Anlässen und in der Vermittlung.
«Besonders wichtig ist uns die Motivation, sich in unserem Museum engagieren zu wollen. Die Freude am Umgang mit Menschen, Interesse an Kultur und Vermittlung, Flexibilität und Offenheit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein sowie die Bereitschaft, an Wochenenden im Einsatz zu stehen», sagt Raither. Freiwillige könnten sich in diversen Bereichen betätigen. Sie können im Besucherservice im Einsatz stehen, das Museum bei Veranstaltungen, Projekten, im Marketing, im Bereich der Sammlung oder der Administration unterstützen, sich organisatorisch oder handwerklich einbringen sowie mit Vorkenntnissen in den Bereichen Weben und Sticken tätig sein. «Im Besucherservice sowie beim Weben und Sticken sind die Einsätze an die Öffnungszeiten gebunden. Gerade am Empfang ist eine gewisse Regelmässigkeit Voraussetzung, wobei wir versuchen, die individuellen Möglichkeiten der Freiwilligen zu berücksichtigen», so Raither. In den anderen Bereichen sowie bei punktuellen Unterstützungen seien die Einsätze flexibel planbar. Viele Tätigkeiten seien mit anderen Aktivitäten und längeren Ferienabwesenheiten vereinbar.
Die Aufgaben, welche die Freiwilligen übernehmen sind divers: Sie empfangen die Besuchenden, verkaufen Tickets und Museumsshop-Artikel und erteilen Auskünfte zum Museum, zum Programm und den Ausstellungen. «Dabei können sie ihre Kommunikationsfreude ausleben und mit Menschen verschiedener Kulturen und Sprachen in Kontakt treten», meint Raither. Je nach Interessen und Vorkenntnissen könnten die Freiwilligen am Empfang weitere Tätigkeiten übernehmen – von praktischen Aufgaben wie der Mithilfe bei einem Versand bis hin zu administrativen Arbeiten. «Bei ihren Einsätzen werden sie von uns sorgfältig eingeführt und erhalten bei Bedarf immer Unterstützung», sagt die Museumsleiterin. Abhängig von der aktuellen Programmplanung des Museums können sich Mitarbeitende je nach ihren Voraussetzungen sowohl in den Vorbereitungen einer Ausstellung oder Veranstaltung als auch in der praktischen Umsetzung einbringen. «Das Spektrum reicht von inhaltlichen Recherchen bis zur praktischen Mithilfe beim Ausstellungsaufbau, von der Konzeption einer Führung bis hin zur Umsetzung eines Workshops.»
Ab Ostern möchte das Museum regelmässig am Samstag- und Sonntagnachmittag sowie an einem Nachmittag unter der Woche geöffnet sein. An einzelnen Veranstaltungstagen wird das Museum ganztags geöffnet sein. «Besonders der reguläre Wochenend-Betrieb ist uns ein grosses Anliegen und wir hoffen auf viele Besucherinnen und Besucher. Für die Mitarbeitenden bedeutet dies, dass sie häufig an Samstagen und Sonntagen im Einsatz stehen werden», so Raither. Je nach Anzahl der Freiwilligen, die sich am Empfang engagieren möchten, könnten während der Sommersaison noch zusätzliche offene Nachmittage geplant werden. «Generell werden die Mitarbeitenden im Hinblick auf die Hauptsaison in den nächsten Monaten voraussichtlich fortlaufend mit etwas mehr Besuchenden konfrontiert sein, was uns als Museum aber natürlich sehr freuen würde.» Wichtige Programmpunkte im Museumsjahr sind neben dem Internationalen Museumstag, der am 10. Mai stattfindet, die drei Familiensonntage von «Reiseziel Museum» Anfang Juli, August und September mit vielfältigem Programm für junge Besuchende. «Solche Anlässe, an denen Kulturvermittlung und Museumspädagogik grossgeschrieben werden, kommen nicht nur beim Publikum gut an, sondern sind auch für das Team äusserst freudige, motivierende Höhepunkte. Neue Mitarbeitende und Freiwillige werden dieses Jahr erstmals im Museum an solchen Anlässen dabei sein und hoffentlich genauso inspiriert werden», meint Raither. Wer Interesse hat, mitzuarbeiten, kann sich unter der Telefonnummer 071 368 50 53 oder per Mail caroline.raither@appenzeller-museum.ch melden.
Stefanie Rohner
Lade Fotos..