Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Giger Samuel, im Bild am NOS vor einem Jahr in Meilen gegen Ott Damian, startet in St.Gallen als Topfavorit. Lorenz Reifler
Giger Samuel, Orlik Armon, Schneider Domenic, zehn weitere Eidgenössische Kranzfestschwinger und insgesamt 158 Schwinger kämpfen am Nordostschweizerischen Schwingfest (NOS) um Siegermuni «Mike» und die Kränze. Das Organisationskomitee ist zuversichtlich, dass der Anlass vom 29. Juni im Gründenmoos ausverkauft sein wird.
Schwingen Im März 2021 haben die Abgeordneten des Eidgenössischen Schwingerverbandes entschieden, dass das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) 2025 in Mollis und nicht in St.Gallen stattfindet. Statt zu hadern, entschieden sich die Verantwortlichen der St.Galler Kandidatur, eine Bewerbung für das Nordostschweizerische Schwingfest zu lancieren. Und so kommt es Ende Monat zum grossen Kräftemessen der Bösen im Gründenmoos.
Michael Götte, wie beurteilen Sie den Stand der Vorbereitungen?
Sehr gut. Zwei der drei Tribünen sind ausverkauft, wir haben gute Sponsoringverträge abgeschlossen und erhielten viele tolle Gaben, so dass sich die Schwinger auf einen attraktiven Gabentempel freuen dürfen. Auch zahlreiche Helferinnen und Helfer haben ihre Unterstützung zugesagt, wobei in diesem Bereich noch etwas Luft nach oben besteht. Aber insgesamt sind wir happy mit dem Stand der Vorbereitungen.
Sie haben den Ticketverkauf angesprochen. Ich nehme an, das Ziel ist ein ausverkauftes Fest?
Ja, wir wollen eine komplett ausverkaufte Anlage. Aber wir möchten für die Kurzentschlossenen auch an der Tageskasse noch einige Tickets haben. Die Stehplätze dienen als Puffer, aber es wäre auch nicht schlecht, noch einige Tribünenplätze an der Tageskasse verkaufen zu können. Bisher sind wir auf Kurs und guten Mutes, dass wir am 29. Juni mit 8'000 Zuschauerinnen und Zuschauern ausverkauft sind. Ob dann tatsächlich jeder Platz besetzt ist, hängt auch vom Wetter ab. Wenn es regnet, bleibt der eine oder andere zuhause, der Tickets gekauft hat.
Ein gedeckter Sitzplatz kostet 55, ein Rasensitzplatz 25 und ein Stehplatz 20 Franken. Wie erfolgte die Preisgestaltung?
Die Preise werden in Absprache mit dem Nordostschweizer Schwingerverband festgelegt. Als lokales Organisationskomitee haben wir darauf wenig Einfluss.
Bei der Helfersuche besteht noch Luft nach oben. In welchem Bereich?
Das betrifft insbesondere die Suche nach Freiwilligen, die sich von Montag bis Mittwoch nach dem Fest am Rückbau beteiligen. Alle Helferinnen und Helfer erhalten kostenlose Verpflegung, ein Helfer-T-Shirt, einen kostenlosen Stehplatz während der einsatzfreien Zeit und eine Entschädigung von mindestens 5 Franken pro Stunde. Erwirtschaftet das Fest einen Überschuss, wird dieser nicht gehortet, sondern hauptsächlich für die Entschädigung der Helferinnen und Helfer eingesetzt.
Sind Sie zuversichtlich, dass die Spitzenschwinger geschlossen am Start sein werden?
Wir haben auf jeden Fall eine gute Zusammensetzung. Es handelt sich um das letzte grosse Kräftemessen auf der Ebene der Teilverbände vor dem ESAF. Da wollen sich alle Schwinger in eine gute Position bringen. Vor verletzungsbedingten Absagen ist kein Fest gefeit, aber Schonung vor grossen Anlässen ist bei Schwingern kaum je Thema – eher im Gegenteil. Sie wollen sich den letzten Schliff holen.
Sie haben die St.Galler Kandidatur für das ESAF 2025 präsidiert, die in der Ausmachung gegen Mollis deutlich unterlag. Ist da ein bitterer Nachgeschmack geblieben?
Der Frust war direkt nach dem Entscheid gross, insbesondere da wir eine regelrechte Klatsche erhielten. Für uns Nichtschwinger im Organisationskomitee war es fast weniger schlimm als für die Delegierten, die alles taten, um ihre Kollegen von der St.Galler Kandidatur zu überzeugen und dann eine solche Abfuhr erhielten. Aber wir trauern dem ESAF nicht nach. Dass das NOS nun in St.Gallen stattfindet, hat einen direkten Zusammenhang mit der damaligen Kandidatur. Wir hatten einen riesigen Aufwand betrieben und standen nach der Entscheidung ohne Resultat da. Da wurde die Idee geboren, sich für das NOS zu bewerben. Ich wurde angefragt, ob ich das Organisationskomitee wieder präsidieren würde und gab gerne meine Zusage. Es bestehen viele Überschneidungen mit dem alten OK.
Was steht in den nächsten Wochen noch an, bis es losgeht?
Jetzt geht es ans Eingemachte. Auf dem Papier steht alles, nun müssen die Arbeiten ausgeführt werden. Zwei Wochen vor dem Anlass beginnen die ersten baulichen Vorarbeiten. Der eigentliche Aufbau startet am Montag vor dem Fest.
Sie strahlen Zuversicht aus. Stimmt dieser Eindruck?
Absolut. Ich bin sehr zuversichtlich. Jetzt heisst es: «Just do it.»
Interview von Tobias Baumann
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