Ein Stadion wie kein anderes – das Aztekenstadion
Die Fussball-WM wird dieses Jahr in den USA, Kanada und Mexico ausgetragen. Ein Stadion in Mexico überstrahlt dabei alles.
Pelé und die Brasilianer feierten den Weltmeistertitel im Aztekenstadion 1970.
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Die Fussball-WM wird dieses Jahr in den USA, Kanada und Mexico ausgetragen. Ein Stadion in Mexico überstrahlt dabei alles.
Mexico Das Aztekenstadion in Mexiko-Stadt gehört zu den bekanntesten Fussballstadien der Welt. Für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 wird es erneut zu einem zentralen Austragungsort. Das Stadion ist Teil eines Turniers, das erstmals in drei Ländern ausgetragen wird und mit 48 Mannschaften grösser ist als jede WM zuvor.
Die Arena liegt im Süden der mexikanischen Hauptstadt auf rund 2200 Metern Höhe. Als das Stadion 1966 eröffnet wurde, bot es mehr als 100 000 Zuschauern Platz. Die steilen Tribünen und die Nähe zum Spielfeld sorgten damals schon für eine ungewöhnlich dichte Atmosphäre. Der Lärm bleibt unter dem offenen Rund hängen und macht das Stadion zu einem der eindrücklichsten Austragungsorte des internationalen Fussballs.
Brasilien gewann darin die WM
Seine besondere Stellung erhielt das Aztekenstadion bei der Weltmeisterschaft 1970. Im Eröffnungsspiel trennte sich Gastgeber Mexiko von der Sowjetunion 0:0. Wenige Tage später begann eine Serie von Spielen, die den Ruf des Stadions bis heute prägen. Im Halbfinal traf Italien auf die Bundesrepublik Deutschland. Italien gewann nach Verlängerung 4:3. Das Spiel entwickelte sich zu einem offenen Schlagabtausch mit fünf Treffern in der Verlängerung und ging später als «Jahrhundertspiel» in die Fussballgeschichte ein.
Im gleichen Jahr wurde das Finale zur Bühne für eine der berühmtesten Mannschaften aller Zeiten. Brasilien besiegte Italien mit 4:1 und gewann den dritten Weltmeistertitel. Pelé erzielte den ersten Treffer per Kopf. Gerson, Jairzinho und Carlos Alberto trafen danach für Brasilien. Besonders das 4:1 durch Carlos Alberto gilt bis heute als eines der schönsten Tore der WM-Geschichte. Mehr als 100 000 Zuschauer verfolgten das Finale im Stadion.
«Die Hand Gottes»
Auch die Weltmeisterschaft 1986 machte das Aztekenstadion erneut zum Zentrum des internationalen Fussballs. Im Viertelfinal zwischen Argentinien und England erzielte Diego Maradona innerhalb weniger Minuten zwei Tore, die bis heute zu den bekanntesten Szenen des Sports gehören. Zunächst traf er mit der später sogenannten «Hand Gottes». Kurz darauf folgte ein Sololauf über mehr als 50 Meter, bei dem Maradona mehrere Gegenspieler ausspielte und zum 2:0 traf. Dieses Tor wurde später zum «Tor des Jahrhunderts» gewählt.
Wenige Tage später gewann Argentinien im selben Stadion auch den Weltmeistertitel. Das Finale gegen die Bundesrepublik Deutschland endete 3:2. Deutschland glich einen 0:2-Rückstand aus, ehe Jorge Burruchaga kurz vor Schluss den entscheidenden Treffer erzielte.
Pelé lobte einst das Stadion
Damit bleibt das Aztekenstadion bis heute der einzige Ort, an dem zwei verschiedene WM-Endspiele mit zwei verschiedenen Weltmeistern ausgetragen wurden. Pelé gewann dort 1970 mit Brasilien. Maradona führte Argentinien 1986 zum Titel.
Pelé beschrieb die Wirkung des Stadions später mit deutlichen Worten. «Das Aztekenstadion hat einfach etwas Unvergleichliches. Man muss selbst mitten drin stehen, um das zu fühlen, um das zu begreifen. Es ist einzigartig», wie es auf er offiziellen FIFA-Website heisst.
Die «La Ola» entstand hier
Zur Geschichte des Stadions gehören auch andere besondere Momente. Bei der WM 1986 entstand dort die berühmte «La Ola». Die Fan-Welle, die später Stadien in aller Welt erreichte und bis heute – gerade an Weltmeisterschaften – zu sehen ist. Ebenfalls 1986 erzielte der Mexikaner Manuel Negrete im Achtelfinal gegen Bulgarien per Fallrückzieher eines der spektakulärsten Tore der Turniergeschichte. Der Jubel im Stadion gilt bis heute als einer der lautesten Momente einer Weltmeisterschaft.
Mexico eröffnet darin das Turnier
2026 wird das Aztekenstadion erneut den Auftakt einer Weltmeisterschaft erleben. Mexiko bestreitet dort das Eröffnungsspiel gegen Südafrika. Damit kehrt die WM an einen Ort zurück, an dem einige ihrer grössten Geschichten entstanden sind. Und wer weiss: vielleicht ist es erneut die Austragungsstätte für Spiele und Tore, welche in die Geschichte des Fussballs eingehen werden.
Von Marino Walser
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