Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Wolfgang Zörner.
Im Alter von 86 Jahren ist Wolfgang Zörner gestorben. Während sieben Jahren hatte er als künstlerischer Direktor das Stadttheater St.Gallen mit gewagten Inszenierungen zum Stadtmittelpunkt und Diskussionsobjekt gemacht.
Nekrolog Wolfgang Zörner wurde in Osterode (heute Polen) geboren, studierte Germanistik, Kunstgeschichte und Philosophie in Graz und Erlangen. Er promovierte in Regie an der Hochschule für Kunst und darstellende Kunst in Graz. Danach wirkte er während dreissig Jahren als Regisseur, Theaterintendant, Bühnengestalter und Kostümschöpfer. Zunächst gastierte Zörner 1969/71 mit Verdis «Troubadour» und «Don Carlos» sowie Richard Wagners «Der fliegende Holländer» am Stadttheater St.Gallen. Von Anfang an setzte er auf originalsprachliche Operninszenierungen. 1973 bis 1980 war er künstlerischer Direktor des hiesigen Stadttheaters. Hier gelang es ihm, durch geschickte Spielplanpolitik, den Aufbau eines leistungsfähigen jungen Ensembles und der Verpflichtung überregional bekannter Künstlerinnen und Künstler eine Kulturstätte von überregionaler Ausstrahlung zu realisieren. Für seine eigenen Inszenierungen arbeitete er vornehmlich mit Dirigent Max Lang, Bühnenbildner Meinrad Schröter und Kostümbildnerin Johanna Weise zusammen. Sein Spielplan bot eine Mischung aus hochwertiger Unterhaltung und Werken, die aufgrund ihrer brisanten Thematik oder ihrer ungewohnten Inszenierung für Diskussionsstoff sorgten, so die «Salome» von Richard Strauss. Sie liess ihre Hüllen fallen, weswegen die Gemeinde Mörschwil ihren Beitrag ans Theater strich. Die Leserbriefspalten füllten sich mit Beiträgen zu Zörners Wirken. Ein St.Galler Gemeinderat monierte, dass bei Zörners Inszenierungen «sakrale Handlungen anstossend dargestellt oder Sex hochgespielt» werde. Noch während seiner Tätigkeit in St.Gallen führte er auch am Stadttheater Bern Regie, löste aber den Fünfjahresvertrag wegen der dortigen prekären finanziellen Verhältnisse schon nach drei Monaten wieder auf. Nachdem er als Gastregisseur in Wiesbaden und Klagenfurt gewirkt hatte, übernahm er die Direktion des Stadttheaters Basel, wo Sparpläne ebenfalls zu einem Zerwürfnis und zu einer raschen Auflösung des Vertrags führten. Anschliessend übte er eine Tätigkeit als freier Gastregisseur aus. Später unternahm Zörner, wie er selbst schrieb, einen grossen Schritt Richtung Natur. Er wirkte während zwanzig Jahren als Gründungsmitglied und erster Präsident der Internationalen Rettungsorganisation (IRO). Mit der Zucht von Berner Sennenhunden in Österreich machte er aus seinem Hobby eine Leidenschaft. Bei zahlreichen Einsätzen in Katastrophengebieten stand er mit seinen Hunden im Einsatz.
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