Claudia Wetter
St.Galler Gerichte wollen erhöhte Geschäftslast mithilfe von IT bewältigen.
Der HC Eisbären St.Gallen darf nun doch auf das Sommereis im Lerchenfeld, muss die Kosten jedoch selbst tragen.
Die Stadt St.Gallen und der HC Eisbären St.Gallen haben eine gemeinsame Lösung für den Trainingsbetrieb im August gefunden: Der Verein darf die Eishalle Lerchenfeld nun doch für die Saisonvorbereitung nutzen – trägt dafür aber sämtliche Betriebskosten selbst. Für die Stadtkasse entstehen keine Mehrkosten.
Eishockey Das Sommereis in der Eishalle Lerchenfeld gilt als freiwilliges Zusatzangebot ausserhalb des regulären Saisonbetriebs. Angesichts angespannter Finanzen, knapper Personalressourcen und steigender Anforderungen hatte die Stadt St.Gallen entschieden, dieses Angebot nicht weiterzuführen. Für den HC Eisbären kam diese Nachricht zur Unzeit: Ohne Zugang zu einer Eishalle im August wäre die Saisonvorbereitung im Nachwuchs- und Vereinsbetrieb erheblich erschwert worden.
In der Folge setzten sich beide Seiten an einen Tisch – mit Erfolg. Andreas Horlacher, Leiter der Dienststelle Infrastruktur Bildung und Freizeit (IBF) der Stadt St.Gallen, erklärt: «Die Vereinbarung sieht vor, dass der Verein die vollen Kosten für den Betrieb des Sommereises übernehme. Der zusätzliche personelle Aufwand wird entweder vom Verein finanziert oder durch Eigenleistung von Vereinsmitgliedern abgedeckt.» Auch die ökologische Belastung durch den Betrieb des Sommereises wurde anfangs als Argument gegen eine erneute Bereitstellung im August genannt. Auch dies hat das IBF nochmals bedacht. «Bei diesem Thema gilt es, ökologische Überlegungen und die Bedürfnisse des Sports auszutarieren. Für diese Saison wurden im Austausch mit dem HC Eisbären St.Gallen die sportlichen Bedürfnisse höher gewichtet», so Horlacher.
Für den HC Eisbären ist die Lösung mit einem spürbaren finanziellen Mehraufwand verbunden. Vereinspräsident Marco Bleichenbacher beziffert die zusätzlichen Kosten auf rund 30'000 Franken – bisher habe der Klub für die Sommerwochen zwischen 16'000 und 20'000 Franken an Eiskosten getragen. Bleichenbacher sieht es jedoch als Aufgabe des Vereins, die Differenz durch eigene Vermietungen der Eishalle aufzufangen und die Mehrkosten so auf null zu bringen. Den Verhandlungsprozess beschreibt er positiv. «Der Austausch war offen und zielführend. Es werden weitere Gespräche stattfinden, um die Vereinbarung zwischen dem HC Eisbären St.Gallen und der Stadt St.Gallen zu finalisieren», so Bleichenbacher.
Wie es nach dem Sommer 2026 weitergeht, ist noch offen. Sowohl die Stadt als auch der Verein wollen nach Abschluss des Sommerbetriebs eine gemeinsame Analyse durchführen und gestützt auf deren Ergebnisse über eine allfällige Weiterführung entscheiden. «Eine optimale Lösung gewichtet die sich zum Teil divergierenden Interessen bestmöglich. Für dieses Jahr wurde zusammen mit dem HC Eisbären St.Gallen die für beide Seiten beste Lösung gefunden. Was die Zukunft betrifft, sind wir mit dem HC Eisbären St.Gallen in engem Austausch und werden dafür auch die Erfahrungen der Saison 2026 berücksichtigen», so Horlacher.
Selim Jung
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