Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Winterthur, 16.10.2025. Handball, Schweizer Nationalmannschaft Frauen. EHF Euro 2026 Qualifikation. Schweiz - Bosnien-Herzegowina.
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Am Donnerstag, 20. November, bestreitet die Schweizer Frauen-Nationalmannschaft ihr letztes Vorbereitungsspiel vor der Handball-WM – und das ausgerechnet in der Kreuzbleiche in St.Gallen. Dort trifft das Team auf den WM-Co-Gastgeber Deutschland. Nur wenige Tage später folgt für die Schweiz ein historischer Moment: Zum ersten Mal überhaupt nimmt die Frauennationalmannschaft an einer WM-Endrunde teil.
Handball Dass der Sprung an die Weltmeisterschaft gerade jetzt gelungen ist, kommt nicht von ungefähr. Seit rund einem Jahrzehnt verfolgt der Schweizerische Handball-Verband eine klare Strategie zur Stärkung des Frauenhandballs. Aktuell sorgt zusätzlich die Kampagne «starch gmacht» für mehr Sichtbarkeit im Mädchen- und Frauenhandball. Die Erfolge sprechen für sich: Die A-Nationalmannschaft hat sich in Europas Top 12 etabliert, die U16 wurde Europameisterin und die U18 holte am Europäischen Olympischen Jugendfestival Silber.
Ein Beispiel für diese Entwicklung ist die 22-jährige Mörschwilerin Tabea Schmid. Sie spielt beim dänischen Champions-League-Team Esbjerg und zählt zu den grössten Nachwuchstalenten Europas.
Tabea Schmid, freust du dich, morgen wieder einmal in der Kreuzbleiche zu spielen?
In St.Gallen aufzulaufen ist immer etwas Besonderes, da auch viele Familienmitglieder und Freunde im Publikum sitzen werden. Da ich mir kürzlich aber die Schulter verletzt habe, ist momentan noch unklar, ob ich überhaupt spielen werde.
Nächste Woche läuft die Schweizer Handball-Frauen-Nationalmannschaft zum ersten Mal an einer WM-Endrunde auf. Was bedeutet dir diese Leistung?
Wir waren mittlerweile schon an zwei Europameisterschafts-Endrunden, es ist also nicht so, dass wir noch gar keine Erfahrung mit grossen Turnieren hätten. Klar ist die erste WM-Teilnahme etwas Besonderes, aber mittlerweile darf man eine gewisse Leistung von uns erwarten. Unser Ziel ist es, die Hauptrunde zu erreichen.
Vor zehn Jahren hätte dieses Ziel wohl noch unrealistisch geklungen. Wie erklärst du dir diese Leistungssteigerung im Schweizer Frauenhandball?
Es hatte noch nie so viele Spielerinnen aus der Schweiz, die im Ausland spielen, wie heute. Junge Spielerinnen sehen also, dass man auch als Schweizerin Profihandballerin werden kann. Das ermutigt. Hinzu kommt, dass der Frauenhandball in der Schweiz immer mehr gefördert wird. Ein Beispiel dafür ist das 2020 eröffnete Leistungszentrum OYM in Cham, welches jedes Jahr etwa zehn Spielerinnen die Möglichkeit bietet, unter hochprofessionellen Bedingungen zu trainieren.
Wie hast du diese gesteigerte Förderung in deiner Jugend wahrgenommen?
Als ich in meiner Jugend beim LC Brühl gespielt habe, habe ich gespürt, dass die jungen Spielerinnen immer mehr gefordert und somit auch gefördert wurden. Wer besonders talentiert war, durfte auch einmal eine Altersstufe überspringen. Für meine Entwicklung war das sehr wertvoll. Auch von der professionalisierten individuellen Förderung – zum Beispiel in der Form von personalisierten Trainingsplänen – konnte ich stark profitieren.
Mit der Kampagne «starch gmacht» rückt der Schweizer Handball-Verband den Frauenhandball derzeit noch stärker ins Rampenlicht. Das Ziel ist, von aktuell 7000 weiblichen Lizenzen bis 2032 auf 10'000 zu erhöhen. Wie viel Potenzial siehst du im Schweizer Frauenhandball – und wie stark kann der Sport noch wachsen?
Ich glaube, es ist eine Frage der Vermarktung. Man hat diesen Sommer am Beispiel der Frauenfussball-Europameisterschaft gesehen, wie sehr eine Sportart wachsen kann, wenn man ihr genügend Aufmerksamkeit schenkt. Das muss uns im Handball auch gelingen. Ich glaube daran, dass der Frauenhandball in der Schweiz noch mehr wachsen kann.
Interview von Selim Jung
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