Susanne Hartmann
erntet für Ihre Aussagen zum Autobahnausbau harsche Kritik.
Aktivistinnen und Aktivisten haben am Wochenende die seit 20 Jahren leerstehende St.Leonhard Kirche besetzt.
In der Nacht auf Sonntag wurde die leerstehende Kirche St.Leonhard in St.Gallen von einer Gruppe von Aktivistinnen und Aktivisten besetzt. Die Polizei konnte durch intensive Gespräche eine friedliche Räumung erreichen. Die Aktion sollte auf die fehlende Nutzung des Gebäudes aufmerksam machen.
Hausbesetzung Kurz vor Mitternacht am Samstag verschaffte sich eine Gruppe teils maskierter Personen gewaltsam Zugang zur Kirche St.Leonhard in St.Gallen. Ein aufgebrochenes Schloss und ein auffällig parkierter Lieferwagen markierten den Beginn einer kurzen, aber öffentlichkeitswirksamen Besetzung. Rasch versammelten sich rund 50 Personen um das Kirchengebäude – teilweise durch Social-Media-Aufrufe mobilisiert. Viele bekundeten ihre Solidarität mit den Besetzerinnen und Besetzern, was zu provokativem Verhalten gegenüber der Polizei führte. Die Kirche, im Besitz des Winterthurer Architekten Giovanni Cerfeda, steht seit fast zwei Jahrzehnten weitgehend leer. In einer Medienmitteilung erklärte die Besetzergruppe, man wolle auf diesen Leerstand aufmerksam machen. «Wir wollen einen öffentlichen Freiraum schaffen, in dem Ideen florieren und ohne kommerziellen Druck umgesetzt werden können», schreibt die Gruppe in einer Medienmitteilung. Die Aktivistinnen und Aktivisten forderten konkrete Nutzungspläne und signalisierten ihre Bereitschaft, aktiv an deren Umsetzung mitzuwirken.
Nach Rücksprache mit dem Eigentümer stellte dieser einen Räumungsantrag. Daraufhin nahm die Stadtpolizei St.Gallen über mehrere Stunden den Dialog mit der Gruppe auf. Gegen sechs Uhr morgens verliessen die Aktivistinnen und Aktivisten die Kirche freiwillig und unterzogen sich einer Personenkontrolle. Laut Polizei gab es keine Verletzten; der Sachschaden beschränkt sich ersten Erkenntnissen zufolge auf das beschädigte Türschloss. Da es sich bei der Besetzung privater Liegenschaften um ein Antragsdelikt handelt, sind ohne Strafanzeige durch den Eigentümer keine weiteren polizeilichen Schritte vorgesehen. Cerfeda signalisierte im Vorfeld, auf eine Anzeige zu verzichten, sofern die verursachten Schäden übernommen werden. Wie der «Blick» schreibt, zeigte sich der Architekt überrascht über das Vorgehen der Gruppe. «Wieso hat man mit mir nie Kontakt aufgenommen», schreibt Cerfeda in einem Brief an die Kirchenbesetzer. Er betont, dass er sich nach seinen Ferien ab dem 21. September gerne mit der Gruppe zusammensetze und den Stand der Dinge erläutere. Für konstruktive Diskussionen sei er offen.
sj
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