Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Der Bericht zur «polizeilichen Sicherheit» der Kapo St.Gallen, der für 2024 angekündigt worden war, lässt auf sich warten. Für die FDP ist diese Verzögerung wohl aufgrund von Spannungen im Kommando nicht akzeptabel. In einem Communiqué schreibt sie, dass der Bericht dringendst dem Kantonsparlament zugeleitet werden muss.
Verzögerung Für die FDP hat die strategische Ausrichtung der Kantonspolizei oberste Priorität, denn in der Folge soll die längst fällige Totalrevision des Polizeigesetzes in Angriff genommen werden: «Der zuständige Regierungsrat Christof Hartmann steht in der Verantwortung, umgehend die Voraussetzungen für eine rasche und tragfähige Fertigstellung des Berichts zu schaffen. Dazu gehört eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen Polizei und Departement ebenso wie eine stabile und handlungsfähige Geschäftsleitung der Kantonspolizei St.Gallen. Strukturen, Prozesse und personelle Entscheide sind konsequent an einer klar definierten Strategie auszurichten – nicht umgekehrt.» Die anstehenden Reformen und Herausforderungen verlangen gemäss der FDP Führung, Klarheit und Tempo. Eine starke Polizei sei Voraussetzung für Sicherheit, Stabilität und Vertrauen im Kanton.
Es ist nachzuvollziehen, dass die Verzögerung bei der Ausarbeitung des Berichtes zur «polizeilichen Sicherheit» auch mit den Spannungen und den Vakanzen im Kommando zu tun hat. Nach der vorzeitigen Pensionierung des früheren Kommandanten Bruno Zanga vor zwei Jahren und der Einsetzung der jetzigen Kommandantin Barbara Reifler hat Christian Aldrey, Leiter Kommandobereich und Stellvertreter der Kommandantin, gekündigt. Fast gleichzeitig geht jetzt Stabchef Felix P. Helbling in Frühpensionierung. Das Verhältnis zwischen Regierungsrat Christof Hartmann und der Polizeikommandantin soll zerrüttet sein, und wie aus verschiedenen Quellen zu erfahren ist, auch dasjenige zwischen der Kommandantin und dem Kripochef. Dass ein Kripochef bei anderen Mitgliedern des Kommandos in Ungnade fällt, ist in der Vergangenheit immer wieder vorgekommen. So in St.Gallen selbst auch beim früheren Kripochef Bruno Fehr, den der damalige Regierungsrat Fredy Fässler deswegen ins Departement versetzen wollte. Unmittelbar vor dem beabsichtigten Antritt der Stelle im Departement beging Fehr vor zwölf Jahren Selbstmord. Ungeklärt blieb, ob die beabsichtigte Versetzung ein vernünftiger Weg war, um die Spannungen im Kommando zu beseitigen. Um die heutigen Probleme im Kommando zu lösen, sind verschiedene Massnahmen denkbar, so etwa die vorübergehende Einstellung eines Coachs an die Seite der Kommandantin. Das könnte auch der frühere Kommandant Bruno Zanga sein. Von Seiten der Kapo-Spitze wurde zur Führungskrise in einer Mitteilung der Medienstelle bisher lediglich erklärt: «Bei Wechseln in Führungspositionen gehört es dazu, dass sich die Führungsgremien neu konstituieren müssen und es dabei zu Veränderungen kommen kann.»
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