Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Der St.Galler Stadtrat lehnt die Errichtung städtischer Taubenschläge ab.
Die Errichtung von Taubenschlägen lehnt der St.Galler Stadtrat ab. Vielmehr will er sich beim Kanton für die Aufnahme eines Fütterungsverbots in die kantonale Jagdgesetzgebung einsetzen und parallel dazu die Sensibilisierungsarbeit durch die Stadtpolizei fortsetzen, erklärt er in Beantwortung einer Interpellation der grünen Stadtparlamentarierin Cornelia Federer.
Taubenfütterung Kommunal eingerichtete Taubenschläge, welche in Winterthur und Luzern zu finden sind, führen nicht automatisch dazu, dass die Tauben diese in Anspruch nehmen, argumentiert der Stadtrat. Sie müssten in einer ersten Phase mit einer gezielten Anfütterung dazu gebracht werden, was erheblich Zeit beanspruchen würde. Selbst wenn auf Stadtgebiet Taubenschläge bestehen, so würden nicht sämtliche Tauben diese frequentieren. Erfahrungsgemäss wähle ein beträchtlicher Teil der Tiere alternative Aufenthalts- und Brutstandorte. Zudem müssten Taubenschläge täglich gereinigt und kontrolliert werden. Dabei wird nachgeschaut, ob die Tiere Eier gelegt haben, damit diese durch Eierattrappen ausgetauscht werden können. Werden Taubeneier entfernt, legen Tauben innert kürzester Zeit wieder neue Eier. Durch den Austausch mit Eierattrappen werden die Tauben getäuscht. Wegen der geographischen Ausdehnung der Stadt müssten mindestens drei Taubenschläge betrieben werden, damit die Stadt minimal abgedeckt wäre, was mit erheblichem finanziellem und personellem Aufwand verbunden wäre.
Der Stadtrat ist der Ansicht, dass mit der derzeitigen engmaschigen Beobachtung der Situation durch den Tierschutzbeauftragten der Stadtpolizei die Übersicht über die Taubenpopulation gewährleistet ist. Tiere, welche schwach oder offensichtlich verletzt sind oder ein abnormes Verhalten zeigen, werden von Stadtpolizisten mit Jagdausbildung erlöst. Bei vielen Reklamationen werden im Einvernehmen mit der kantonalen Wildhut Tauben eingefangen und getötet. Sensibilisierungsarbeit umfasst das Aufstellen von Plakaten und Gespräche mit Personen, die in falsch verstandener Tierliebe grosse Mengen an Futter verteilen und damit die Population erheblich vergrössern. Die Aufklärung erfolgt indessen meist erfolglos und hält nicht von ihrem Tun ab. Als Nachteile der gegenwärtig grossen Population von 500 Tauben erwähnt der Stadtrat hygienische Probleme insbesondere durch Verunreinigung mit Taubenkot, der Viren, Salmonellen und andere Bakterien enthalten kann. Überdies werden Ratten angelockt. Zu viele Tauben fördern auch Ausbrüche von Vogelkrankheiten.
Völlig anders als der Stadtrat sieht der im April gegründete Verein Stadttaubenhilfe St.Gallen die Situation. Er lehnt unter den gegenwärtigen Voraussetzungen ein generelles Fütterungsverbot ab und setzt sich langfristig für einen betreuten Taubenschlag mit Eiertauschprogramm ein. Sollte die Stadt diesbezüglich nicht tätig werden, wird eine private Lösung ins Auge gefasst. Überdies fängt der Verein kranke Tauben ein, um sie medizinisch zu versorgen. Geplant sind auch Aufklärungs- und Standaktionen sowie Spendensammlungen.
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