St. Galler Stadtrat hält am Tramprojekt fest
Ein Tram für die Stadt erachtet der Stadtrat weiterhin als variable Entwicklungsperspektive. Das Tram stelle eine attraktive Entwicklung in St. Gallen dar.
So könnte die Tramlinie beim Stahl und der Kreuzbleiche in die Strasse eingegliedert werden. Bild: pd
Ein Tram für die Stadt erachtet der Stadtrat weiterhin als variable Entwicklungsperspektive. Das Tram stelle eine attraktive Entwicklung in St. Gallen dar.
Verkehrsentwicklung Aufgrund des langen Planungshorizontes sollte die aktuell schlechte Finanzlage von Stadt und Kanton der weiteren Planung nicht im Wege stehen, erklärt der Stadtrat weiter in Beantwortung einer Einfachen Anfrage von SVP-Stadtparlamentarier René Neuweiler mit dem Titel «Kein städtisches Steuergeld für regierungsrätliche Tramträume».
Zwei unabhängig voneinander erstellte Fachgutachten kamen zum Schluss, dass die Wiedereinführung eines Trams für Stadt und Region eine attraktive Entwicklung desöffentlichen Verkehrs darstellt. Im Wissen um diese Entwicklung haben Stadt und Kanton vor zwei Jahren entschieden, die Einführung eines Tramsystems vertieft zu prüfen. Das letzten Herbst veröffentlichte, vom UVEK in Auftrag gegebene Gutachten «Verkehr 2045» schlägt die Realisierung einer ersten Etappe eines Trams in St. Gallen (Ast Marktplatz/Bohl bis Stephanshorn) bis 2045 vor. Aus fachlicher Sicht stellt ein Tramsystem langfristig die einzige Alternative zum Bus zur Bewältigung der gestiegenen Nachfrage dar, wie der Stadtrat weiter festhält. Ein Einsatz von autonomen Shuttlebussen ist im Zeithorizont 2050 für Quarterlinien denkbar. Für Gebiete mit weniger Nachfrage ist der Ersatz flexiblerOn-Demand-Systeme zu prüfen. Die Prüfung einer urbanen Seilbahnund anderen Transportmitteln führten zu einem negativen Ergebnis. Die Beobachtung der technologischen Entwicklung bleibt indessen eine Daueraufgabe.
Nach Angaben des Stadtrates ist für ein Tram entlang der Hauptachsen (zwei Linien Stephanshorn – Winkeln und Heiligkreuz – Brühltor) bei einer Genauigkeit von plus/minus 30 Prozent mit Kosten von 800 Millionen zu rechnen. Für eine Vorstudie fallen Kosten von einer bis zwei Millionen an, für die Projektierung 12 bis 15 Millionen. Der Bund dürfte sich über das Agglomerationsprogramm an den Infrastrukturkosten mit einem Beitragssatz zwischen 30 und 50 Prozent beteiligen. Dagegen ist ein Beitrag des Bundes an die Betriebskosten, die Kosten für die Fahrzeugbeschaffung sowie die Kosten für die Refinanzierung der Infrastruktur nicht zu erwarten. Mit der Inbetriebnahme würde die Finanzierung der Infrastruktur und den Betrieb des Trams über die ordentliche Abgeltung erfolgen,wie dies auch beim Bussystem der Fall ist. Ein Tramsystem mit ergänzenden Bussen würde voraussichtlich zu einer Erhöhung der ungedeckten Kosten im Umfang von rund 16 Millionen Franken pro Jahr führen.
Von Franz Welte
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