Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Kantonsspital St.Gallen
Die St.Galler Spitäler schliessen nach Jahren mit roten Zahlen mit einem Gewinn von 34 Millionen ab. Das hat bei der Spitalspitze und bei den politischen Parteien im Kanton grosse Freude ausgelöst. Sie sind eine grosse Finanzsorge los, denn wie Professor Simon Wildermuth als CEO darlegt, kann von einer Trendwende zu guten Abschlüssen ausgegangen werden. Allerdings drängen sich weitere Massnahmen auf, um eine dauerhafte Verbesserung der Abschlüsse sicherzustellen.
HOCH Health Ostschweiz Wie konnte das als unmöglich Gegoltene möglich werden? Wildermuth weist darauf hin, dass die Bemühungen zur Verlagerung in den ambulanten Bereich mit gezieltem Ausbau zu einer Ertragssteigerung führten. Der höhere Schweregrad bei den Patientinnen und Patienten zu komplexeren Aufgaben führte, die bei den Tarifen erhöht abgegolten werden. Die Kapazitätsauslastung, die Abläufe und der Einsatz der Personalressourcen wurden optimiert. Es galt dabei, das Personal am richtigen Ort zu richtiger Zeit einzusetzen, was Flexibilität voraussetzt. Zum guten Ergebnis haben nach Wildermuth alle Spitäler beigetragen, wobei das budgetierte stationäre Wachstum eingehalten werden konnte.
Verwaltungsratspräsident Stefan Kuhn will HOCH Health Ostschweiz den bisherigen Weg konsequent weiterführen, um weiterhin gute Abschlüsse zu realisieren. Es gibt allerdings nicht wenige Herausforderungen. So ist eine Anpassung der Tarife zu erreichen. Für Kuhn geht es nicht an, dass in der Westschweiz bessere Tarife gelten als für die hier stark benachteiligte Ostschweiz. Es wird jedoch auch darauf geachtet, dass die Qualität der Behandlungen weiterhin hoch bleibt, damit die Konkurrenzfähigkeit erhalten wird. Die Neubauten und Neueinrichtungen im Zentralspital werden dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Man ist hier zeitlich und finanziell auf Kurs.
Wie CFO Martin Banaszak darlegt, ist der gute Abschluss keineswegs auf einmalige Sondereffekte zurückzuführen, sondern auf die durchgesetzte Optimierung in allen Bereichen, so auch beim Materialbezug. Der Umsatz wuchs von 1,38 Milliarden im Vorjahr auf 1,44 Milliarden. Auch die EBITDA-Marge (operativer Gewinn) konnte von 6,1 Prozent auf 8,5 Prozent verbessert werden. 2023 lag die EBITDA-Menge noch bei 1,2 Prozent und es musste ein Verlust von 99 Millionen hingenommen werden. Die Patientenfrequenzen im stationären Bereich sind mit 62‘694 Austritten gegenüber dem Vorjahr nochmals ganz leicht gestiegen, während der Anstieg im ambulanten Setting mit einem Plus von 25‘586 auf total 882‘327 deutlicher ausfiel.
Für die St.Galler FDP ist das gute Ergebnis ein wichtiges Signal und eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg mit dem fusionierten Spitalverbund. Es müssten nun aber weitere Massnahmen folgen, um Rückfälle zu verhindern und eine vollständige Gesundung zu erreichen. Die HOCH müsse schnellstmöglich aus dem engen politischen Korsett einer öffentlich-rechtlichen Anstalt befreit und die gesamtostschweizerische Zusammenarbeit weiter vorangetrieben werden. Gerade vor dem Hintergrund steigender Gesundheitskosten und deutlich steigender Krankenkassenprämien müssten die Strukturen noch weiter verbessert werden.
Auch die Mitte zeigt sich erfreut und stellt fest, dass der eingeschlagene Weg erfolgreich ist. Das Ergebnis sei aber auch durch Faktoren begünstigt worden, welche nur bedingt planbar seien. Für eine nachhaltige Verbesserung der Finanzsituation seien weitere Massnahmen, namentlich bei den Tarifen, erforderlich. Weiter bedankt sich die Mitte bei allen Mitarbeitenden im St.Galler Gesundheitswesen, die sich tagtäglich für eine hochstehende Gesundheitsversorgung zugunsten der Bevölkerung einsetzen.
Franz Welte
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