Spielgruppe Bärehüsli darf im Mariaheim bleiben
Das Mariaheim in Gossau hat eine neue Besitzerin. Für die bekannte Spielgruppe Bärehüsli endet damit eine Phase der Ungewissheit.
Das Mariaheim in Gossau hat eine neue Besitzerin. Für die bekannte Spielgruppe Bärehüsli endet damit eine Phase der Ungewissheit.
Gossau Wenn sich die Besitzverhältnisse einer Liegenschaft ändern, zieht in den betroffenen Räumen oft Unruhe ein. Die bekannte Spielgruppe Bärehüsli, die im Mariaheim in Gossau eingemietet ist, stand kürzlich vor genau dieser Herausforderung. Die Katholische Kirche hat das Gebäude an die Baugenossenschaft «Zum Stern» verkauft. Für die Gossauer Familien und das Betreuungsteam stellte sich sogleich die Frage, wie es mit den Angeboten und den vertrauten Räumen weitergeht. Die Vereinspräsidentin Roswitha Hanselmann blickt der Veränderung jedoch mit Zuversicht entgegen. Die 47-jährige diplomierte Wald- und Innenspielgruppenleiterin, die mit ihrer Familie in Andwil wohnt und ursprünglich als Pharma-Assistentin ausgebildet wurde, verlor trotz der plötzlichen Nachricht nie ihren Mut. «Ich bin grundsätzlich eine Optimistin und hatte eigentlich immer das Gefühl, dass sich, wie auch immer, eine Lösung finden wird», erklärt die Fachfrau.
Ein vertrauter Ort
Die Erleichterung im Bärehüsli ist gross, denn der erste Kontakt mit den neuen Eigentümern verlief positiv. Sowohl die Kirche als auch die Baugenossenschaft informierten die Spielgruppe sehr rasch nach der Abwicklung des Verkaufs. Da der Wechsel in den Sommerferien stattfand, konnte noch keine gemeinsame Sitzung stattfinden, doch diese soll zeitnah erfolgen. An den Tisch werden sich alle Beteiligten setzen, zu denen auch die Mütter-Väterberatung gehört. «Für mich ist entscheidend, dass man miteinander spricht und gemeinsam nach guten Lösungen sucht», betont Hanselmann, die sich ehrenamtlich im Vorstand der Fachstelle Spielgruppe SG/AR/AI engagiert. Die Verbundenheit zum Standort ist tief. Im Sommer 2016 musste die Spielgruppe ihren damaligen Standort verlassen und fand nach mühsamer Suche im Mariaheim eine neue Bleibe. Die zentrale Lage ist ein grosser Vorteil; das Bärehüsli ist sehr gut zu Fuss, mit dem Fahrrad und mit dem öffentlichen Verkehr erreichbar. Die Grösse der Räume und der Garten bieten beste Möglichkeiten, auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der Kinder einzugehen. Über die Jahre ist das Mariaheim weit mehr als einfach ein Gebäude geworden; es ist ein vertrauter Ort für Familien.
Frühe Förderung und Inklusion
Die Kosten für die Räume trägt der Verein selbst, da er bisher keine finanzielle Unterstützung für die Miete von der Stadt erhält. Neben dem normalen Betrieb beherbergt das Haus den Elterntreff, den das Team gemeinsam mit der Mütter-Väterberatung im November 2016 ins Leben rief. Das Angebot ist eine wichtige, niederschwellige Begegnungsplattform für Eltern. Für Roswitha Hanselmann leisten Spielgruppen einen essenziellen Beitrag zur Frühen Förderung. «Spielgruppen sind Brückenbauer zwischen Elternhaus und Kindergarten», hält sie fest. Kinder entwickeln dort ihre Sprache weiter, werden selbstständiger und erleben Gemeinschaft. Frühe Förderung beginnt für sie im Spiel, in Beziehungen und im gemeinsamen
Alltag. Ein besonderes Angebot im Bärehüsli ist die Spielgruppe PLUS, die gemeinsam mit ProInfirmis entwickelt wurde. Das Projekt fördert die Inklusion von Kindern mit
Behinderungen oder Entwicklungsverzögerung und zusätzlichem Unterstützungsbedarf im Vorschulalter, damit alle Kinder die Chance haben, wohnortnah eine Spielgruppe zu besuchen. Roswitha Hanselmann hat die entsprechende Weiterbildung absolviert. Viele Spielgruppenleiterinnen im Bärehüsli, die auch das Diplom haben, bilden sich auch in diesem Bereich weiter. Für das laufende Spielgruppenjahr bleiben die Elternbeiträge unverändert bei 185 Franken pro Quartal. Auf das Schuljahr 2027/2028 wird der
Beitrag nach zehn Jahren ohne Anpassung um 15 Franken erhöht.
Anmeldungen für das neue Schuljahr laufen bereits, während für das aktuelle Jahr im Wald noch wenige Plätze frei sind.
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