Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Die Freiwillig 30 Tafeln an der Lindenstrasse entfalten eine Wirkung. Die Busse halten sich ohnehin an die Tempobeschränkung. z.V.g.
Die Verkehrssituation an der Lindenstrasse in Andwil hat sich gemäss den Petitionären für Tempo 30 zuletzt deutlich verbessert. Sie hätten einen Meilenstein erreicht, seien aber noch nicht am Ziel. Der Gemeinderat wird in einer der Februar-Sitzungen über das weitere Vorgehen entscheiden.
Andwil «Teilweise ist es lebensgefährlich», sagte Fridolin Hinder im vergangenen Frühjahr bei der Lancierung der Petition für Tempo 30 auf der Lindenstrasse. «Gemäss dem subjektiven Empfinden hat eine spürbare Verkehrsberuhigung stattgefunden», stellt Hinder nun ein paar Monate später fest. Viele Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmer würden sich ans freiwillige Tempolimit von 30 km/h halten. «Aber wir wollen, dass das Tempolimit verpflichtend wird», erklärt Hinder. Gemeinsam mit Roger Blatter und Thomas Schiemann, die wie er im Lindenquartier wohnen, hatte Hinder im April 2025 die Petition lanciert und Tafeln mit «Freiwillig 30» aufgestellt. Im Mai überreichten die Petitionäre dem Gemeinderat rund 210 Unterschriften für Tempo 30 auf der Lindenstrasse. Anfangs November lud die Gemeinde zum Informationsanlass. Das grosse Interesse am Anlass habe sie gefreut und zeige das Bedürfnis der Anwohnerschaft nach einer Lösung der Verkehrsprobleme, sagt Hinder.
Der Gemeinderat hatte im Vorfeld des Informationsanlass das St.Galler Ingenieurbüro Wälli mit einer Untersuchung der Verkehrssituation auf der Lindenstrasse beauftragt. Der zuständige Verkehrsplaner präsentierte mögliche Verbesserungsmöglichkeiten und brachte auch eine Umklassierung der Strasse ins Spiel. Auf Anfrage, wie es nun weitergeht, erklärt Regula Umbricht, interimistische Gemeindepräsidentin von Andwil, der Gemeinderat werde in einer der Februar-Sitzungen den Beschluss über das weitere Vorgehen fällen. «Die verschiedenen Lösungsvarianten sind noch offen. Anschliessend im Prozess ist ein Mitwirkungsverfahren geplant». Einen genauen Zeitplan könne sie aktuell aber noch nicht bekannt geben. Für Hinder ist klar, dass sich die Petitionäre im Mitwirkungsverfahren einbringen wollen. Er würde sich einen Austausch mit dem zuständigen Verkehrsplaner vom Ingenieurbüro Wälli sowie dem Gemeinderat wünschen.
Als grosses Problem hatten die Petitionäre auch den Bus ausgemacht, der im Halbstundentakt in beiden Richtungen durch das Quartier fährt. Das Kreuzen mit dem Bus im oberen Teil mit den zwei engen Kurven sei fast nur möglich, wenn eines der Fahrzeuge auf das Trottoir ausweiche. Hinder findet, auch diesbezüglich habe sich die Situation verbessert. Die Busse würden sich an Tempo 30 halten. «Es ist richtig, dass wir an den Novembersitzungen unseres Fahrpersonals darauf hingewiesen haben, dass die Lindenstrasse mit besonderer Vorsicht und freiwilligem Tempolimit von 30km/h befahren werden soll», erklärt Bruno Huber, Geschäftsführer der Regiobus AG. Dabei hätten die Auswertungen im Vorfeld ergeben, dass die Busse schon vom 1. Januar bis 31. Oktober des letzten Jahres mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von rund 24 km/h zwischen Linden und Andwil Post verkehrten. Die ausgewiesene Höchstgeschwindigkeit auf diesem Abschnitt habe in dieser Zeitperiode 32.68 km/h betragen. Bezüglich der möglichen Umgestaltung der Lindenstrasse stellt Huber aus Sicht der Regiobus AG fest, «dass unbedingt auf allfällige Verkehrsberuhigungsmassnahmen in Form von Fahrbahnschwellen verzichtet werden soll. Diese beeinflussen die Reisequalität der Fahrgäste negativ.» Die Brems- und Beschleunigungsvorgänge bei diesen Schwellen sowie die Schwellenüberfahrt selbst führten ausserdem zu zusätzlichen Lärmemissionen. Hinder schliesst mit den Worten: «Wie auch immer die Lösung aussehen mag, Tatsache ist, es herrscht Aufbruchstimmung an der Lindenstrasse. Die Unterschriftensammlung für die Motion zeigt klar auf, dass neun von zehn Anwohnern Tempo 30 wünschen und damit mehr Verkehrssicherheit und eine bessere Lebensqualität.»
Von Tobias Baumann
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