Mathias Gabathuler
hat Gespräche zum Sportpark Gründenmoos wieder aufgenommen.
Von links: Marion Loher, Annelies Egli, Brigitte Hollenstein und Erika Müller-Lusti am Frauenspur-Stand am Chläusler. Weiter gehören zum Team: Brigitte Eigenmann, Tanja Mosberger und Monika Walpen. tb
Nach der Schliessung des Hallenbads Rosenau wird dieses in einer Zwischennutzung für drei Monate eine Ausstellung beherbergen. Unter dem Motto «eintauchen, abtauchen, auftauchen» wird Frauenspur Gossau Geschichten von Frauen von gestern, heute und morgen zeigen.
Rosenau Als Brigitte Hollenstein Ende August mit dem Gossauer Preis ausgezeichnet wurde, kündigte sie es in ihrer Dankesrede gleich selbst an: «Es ist ein Versprechen oder für manche vielleicht eine Drohung: ich werde mit weiteren Ideen kommen!» Nun macht sie diese «Drohung» wahr. Von Oktober bis Dezember 2026 wird der Verein Frauenspur Gossau das Hallenbad Rosenau in eine Ausstellungshalle umfunktionieren. «Die Idee ist spontan entstanden, als wir hörten, das Hallenbad Rosenau werde nach der Eröffnung des neuen Hallenbads leer stehen. Das ist doch eine spannende Location», erzählt Hollenstein und führt aus: «Wir machten eine Begehung und wurden dabei inspiriert. Es gibt Kabinen, Spinde und Schlüsseltresore, die man bespielen kann, dazu die dannzumal leeren Becken.» Die Stadt Gossau setzt sich aktuell mit der Restnutzung der Räumlichkeiten auseinander. «Und wir sind eine Zwischenlösung der Restnutzung», sagt Hollenstein lachend. Kürzlich habe die Stadt ihre Zusage gegeben, dass der Verein das Hallenbad während drei Monaten für eine Ausstellung nutzen darf.
Für die Realisierung hat der Verein ein Organisationskomitee gegründet, dem neben den vier ständigen Vorstandsmitgliedern drei weitere Unterstützerinnen angehören. «Wir haben viele Ideen, sind aber noch nicht in der Konkretisierungsphase», erklärt Hollenstein. Doch die grundsätzliche Zielsetzung sei klar. Die Besucherinnen und Besucher sollen auf die vielfältigen Lebenswege von Frauen neugierig gemacht und zum Nachdenken über die gesellschaftlichen Rollenbilder und deren Wandel angeregt werden. «Wir wollen Geschichten von Frauen von gestern, von heute und auch von morgen zeigen. Dafür steht das Motto ‘eintauchen, abtauchen, auftauchen’», erklärt Hollenstein. Sicher würden auch die gesammelten Geschichten und Material aus dem Archiv des Vereins eine Rolle spielen. «Die Ideen sind da, jetzt beginnt mit der Umsetzung die Knochenarbeit», ist sich Hollenstein bewusst. Dass sich die Frauen mit einer Ausstellung in einem stillgelegten Hallenbad eine grosse Aufgabe gestellt haben, verneint die 20. Trägerin des Gossauer Preises nicht. «Doch wir sind ein starkes Team mit vielfältigen Fähigkeiten und die Vorfreude ist gross, etwas auf die Beine zu stellen!»
Sie hätten schon länger die Vision gehabt, das gesammelte Material über die Gossauer Frauen erlebbar zu machen. In den Büchern lese man meist allein, der Besuch der Ausstellung soll zum gemeinschaftlichen Erlebnis werden. Die Frauen nutzten ihren Auftritt am Chläusler, der weiter dem Verkauf der beiden Bücher des Vereins und der Weihnachtskarte der Gossauer Künstlerin Annelies Egli diente, um das Projekt anzukündigen. «Als wir die Zusage der Stadt erhalten haben, wollten wir damit an die Öffentlichkeit. Wir möchten im Gespräch bleiben und Partner und Sponsoren finden», so Hollenstein. Wie viel die Ausstellung kosten wird, sei zurzeit noch schwierig abzuschätzen. «Aber wir verfügen aus dem Verkauf der Bücher über ein Startkapital. Das ist eine gute Basis. Alles weitere wird sich in den kommenden Monaten konkretisieren», blickt sie gewohnt optimistisch nach vorne.
Von Tobias Baumann
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