Florian Kobler
sorgt sich um den Mangel an altersgerechten Wohnungen im Kanton.
Gemeinde Waldkirch schliesst das Rechnungsjahr 2025 mit Gewinn. z.V.g.
Die Jahresrechnung 2025 der Gemeinde Waldkirch schliesst mit einem Gewinn von rund 35'000 Franken ab. Gegenüber dem budgetierten Defizit von 793'000 Franken entspricht dies einer Budgetbesserstellung von rund 828'000 Franken. Der Jahresgewinn wird der Ausgleichsreserve zugewiesen, die sich damit auf rund 4'901'000 Franken erhöht.
Waldkirch Gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 haben insbesondere Transferaufwände das Ergebnis belastet. Diese Kosten kann die Gemeinde nicht direkt beeinflussen. Die Schulgelder für Sonderschulen stiegen um rund 85'000 Franken, die Kostenanteile für die Pflegefinanzierung von Spitexorganisationen um rund 70'000 Franken. Die Unterbringungskosten für Personen in Heimen erhöhten sich um rund 81'000 Franken. Bei den Flüchtlingskosten verzeichnete die Gemeinde einen Mehraufwand von rund 133'000 Franken, die Integrationsmassnahmen stiegen um rund 54'000 Franken. Ebenfalls gestiegen sind die Kosten an die Sozialen Dienste Gossau und die Berufsbeistandschaft um rund 36'000 Franken sowie die Beiträge an private Haushalte und für Krankenkassenprämien um rund 70'000 Franken. Im Ressort Raumplanung schlugen Mehrkosten im Zusammenhang mit der Revision der Schutzverordnungen von rund 82'000 Franken sowie gestiegene Betriebskosten der ARA Niederbüren von rund 73'000 Franken zu Buche. Die planmässigen Abschreibungen der Investitionen stiegen gegenüber dem Vorjahr um rund 137'000 Franken.
Auf der Ertragsseite machte sich das Fehlen von Einmaleffekten bemerkbar: Im Rechnungsjahr 2024 hatte der Verkauf der Liegenschaft «Steig» einen ausserordentlichen Ertrag von 1'400'000 Franken gebracht, der 2025 nicht mehr anfiel. Die Einkommens- und Vermögenssteuern natürlicher Personen aus früheren Jahren sanken gegenüber dem Vorjahr um rund 554'000 Franken, die Grundsteuern um rund 364'000 Franken. Beim Finanzausgleich gingen der Sonderlastenausgleichsbeitrag Volksschule um 216'000 Franken und der soziodemographische Sonderlastenausgleichsbeitrag um 83'000 Franken zurück. Seit dem Rechnungsjahr 2023 ist der Finanzausgleich insgesamt um rund 717'000 Franken gesunken – und diese Tendenz dürfte sich gemäss Gemeinde fortsetzen.
Dem stehen Aufwandeinsparungen gegenüber, die massgeblich zur Budgetbesserstellung beigetragen haben. Der Kostenanteil der Pflegefinanzierung sank gegenüber dem Rechnungsjahr 2024 um rund 154'000 Franken, der bauliche Strassenunterhalt der Gemeindestrassen I./II. Klasse um rund 144'000 Franken. Erfreuliche Einsparungen konnten in den Kontogruppen Allgemeine Verwaltung, Gesundheit, Verkehr und Volkswirtschaft erzielt werden. Auf der Ertragsseite stiegen der Ressourcenausgleichsbeitrag um 101'000 Franken sowie die Gewinn- und Kapitalsteuern juristischer Personen um rund 295'000 Franken.
Die Investitionsrechnung 2025 schliesst mit Ausgaben von rund 1'539'000 Franken (Budget: 2'345'000 Franken) und Einnahmen von rund 381'000 Franken (Budget: 323'000 Franken) ab. Für das Jahr 2026 sind netto rund 1'811'000 Franken an Investitionen budgetiert. Zu den grössten Einzelprojekten zählen die Gesamtsanierung des Schulhauses Bernhardzell mit 950'000 Franken, die Erneuerung des Pumpwerks Bernhardzell mit rund 212'000 Franken, die Bachsanierung Tintentobelbach (2. Etappe) mit 180'000 Franken sowie die Sanierung des Friedhofs Waldkirch mit 150'000 Franken. Für die Gesamtsanierung des Mehrzweckgebäudes Bernhardzell sind 300'000 Franken und für Planungsarbeiten rund um die OZ-Bünt-Dachsanierung 75'000 Franken vorgesehen.
Die Technischen Betriebe Waldkirch (TBW) schliessen das Rechnungsjahr 2025 mit einem Ertragsüberschuss von rund 212'000 Franken ab und übertreffen damit das budgetierte Ergebnis von rund 3'000 Franken deutlich. Die Budgetbesserstellung beträgt rund 209'000 Franken. Das Eigenkapital der TBW beläuft sich per 31. Dezember 2025 auf rund 2'484'000 Franken. Die Verbindlichkeiten gegenüber der Politischen Gemeinde Waldkirch sind auf rund 8'867'000 Franken angewachsen. Aufwandeinsparungen, Personaleinsparungen sowie Verzögerungen bei Projekten und im Unterhalt aufgrund von Ressourcenengpässen trugen zum positiven Ergebnis bei.
Für das Jahr 2026 budgetieren die Technischen Betriebe einen Ertragsüberschuss von rund 362'000 Franken bei einem Gesamtaufwand von rund 5'232'000 Franken. In der Investitionsrechnung 2026 werden Brutto-Ausgaben von 4'710'000 Franken erwartet, unter anderem für den weiteren Ausbau der Netzinfrastruktur im Rahmen der Energiestrategie 2050.
Das Budget 2026 der Gemeinde Waldkirch weist ein Defizit von rund 1'964'000 Franken aus. Der Gesamtaufwand beträgt brutto rund 24'409'000 Franken, gegenüber rund 23'007'000 Franken im Vorjahr. Seit der ersten Budgetlesung wurden Anpassungen und Sparmassnahmen von über einer Million Franken vorgenommen. Dennoch bleibt das Defizit erheblich. Als Haupttreiber nennt der Gemeinderat den anhaltenden Anstieg der Aufwände in den Bereichen Bildung, Soziale Sicherheit und Verkehr, die generell steigenden nicht beeinflussbaren Aufwände sowie tiefere Einnahmen beim Finanzausgleich. In den kommenden Jahren werden zudem zusätzliche Abschreibungen für das neue Schulhaus Breite, den Sportplatz Breiten sowie die Sanierungen der Mehrzweckhallen erwartet.
Der Gemeinderat beantragt für das Jahr 2026 eine Erhöhung des Steuerfusses von 122 auf 127 Prozentpunkte. Seit dem Jahr 2007 war der Steuerfuss kontinuierlich von 162 auf 122 Prozentpunkte gesenkt worden. Nun sieht sich die Gemeinde aufgrund der gestiegenen Transferaufwände und eines strukturellen Defizits gezwungen, gegenzusteuern. Der Grundsteuersatz soll beim Maximalsatz von 0.8 Promille verbleiben; eine Senkung sei nicht vorgesehen, da davon nur ein Teil der Bevölkerung profitieren würde. Im Finanzplan 2027–2029 wird ein Wachstum der Grundsteuern von 3.0 Prozent angenommen, wobei die erwarteten Mehrerträge aus Neubauprojekten in Waldkirch und Bernhardzell bereits eingerechnet sind.
Selim Jung
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